Provenance - Almost Human - Far-Off Country - World to Come
Provenance
In unserer an religiösem Zwist und Zwietracht leidenden Welt bietet die Epoche zwischen dem achten und fünfzehnten Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel eine hoffnungsvolle historische Erinnerung: Muslime, Christen und Juden lebten damals zusammen in Spanien und schufen eine mehrere Jahrhunderte währende Blütezeit von Handel, Kultur, Kunst und Architektur. Mit diesem Goldenen Zeitalter setzte sich Spanien von einem Europa ab, das in der Dunkelheit des Mittelalters verharrte.
Provenance ist inspiriert vom Glanz dieser multireligiösen, multikulturellen Zivilisation, die den Westen verändert hat. Das Programm berührt die Ursprünge eines Ideals, bei dem kulturelle Unterschiede nicht nur toleriert, sondern aufgrund der Energien, die sie freisetzen können, explizit begrüßt werden.
Maya Beiser wuchs in Israel auf, in einem fortschrittlichen Kibbuz, das eine harmonische Nachbarschaft mit muslimischen und christlich-arabischen Dörfern pflegte. Die Musik des Nahen Ostens, die bei den Festen der Nachbarn gespielt wurde oder bei Tagesanbruch von den Minaretten klang, war als Kindheitserfahrung stets präsent.
Für Provenance hat Maya Beiser junge Komponisten aus Israel, Palästina, Algerien, Marokko, dem Iran und den USA gebeten, Musik zu schaffen, die von dem Goldenen Zeitalter des mittelalterlichen Spaniens inspiriert ist. Dazu kommen Arrangements der Meisterwerke von Hamza el Din, Djivan Gasparyan und dem galizischen Troubadour Martin Codax. Maya Beiser geht es dabei nicht um eine archäologische Ausgrabung, die den Klang dieser Epoche originalgetreu rekonstruiert. Statt dessen möchte sie ein Umfeld schaffen, in dem verschiedene und anscheinend divergierende kulturelle Traditionen sich erneut in einem gemeinsamen Raum treffen können.
Zusammen mit Maya Beiser treten der libanesisch-amerikanische Oud-Meister Bassam Saba und der Handtrommel-Virtuose Jamey Haddad auf. Die verschiedenen Stücke werden von dem iranisch-amerikanischen Sounddesigner und Computerspezialisten Shahrokh Yadegari akustisch zusammengehalten; er schafft in Realtime einen Klangraum, innerhalb dessen die Musiker interagieren.
Provenance spinnt einen 75minütigen kontinuierlichen Klangfaden, der Livemusik und Originaltexte auf Ladino, Arabisch, Hebräisch und Latein zu einem allumfassenden musikalischen Wandteppich verwebt.
Maya Beiser, Cello
Bassam Saba, Oud
Jamey Haddad, Percussion
Shahrokh Yadegari, Live-Elektronik
Musik von:
Simon Shaheen
Tamar Muskal
Raz Mesinai
Douglas Cuomo
Abdelli
Kayhan Kalhor
Hamza El Din
Djivan Gasparyan
Martin Codax
Sounddesign - Sharokh Yagedari, Dave Cook
Licht - Stephen Arnold
Künstlerische Beratung - Robert Woodruff
Entwickelt und produziert von Maya Beiser
Almost Human
Maya Beiser begibt sich mit ihrem Cello wiederum auf unerforschtes Terrain, indem sie alte Gesangstraditionen erkundet. Unter ihren Inspirationsquellen finden sich Klänge mittelalterlicher Madrigale und traditioneller kambodschanischer, chinesischer und taiwanesischer Minderheiten ebenso wie armenische und indonesische Ritualgesänge und jüdische Liturgie.
Vom Magazin New Yorker als „Cellogöttin“ bezeichnet, verzaubert Maya Beiser weiterhin Publikum und Kritiker mit ihrer Virtuosität, ihrem Genre-übergreifenden Stil und ihrer beständigen Neudefinition der Grenzen ihres Instruments. Über die letzten zehn Jahre hat sie viele bedeutende Cello-Werke aus der Taufe gehoben, die von bekannten zeitgenössischen Komponisten für sie geschrieben wurden. Jedes ihrer Projekte fand große Beachtung in den Medien und wurde weltweit vor ausverkauften Häusern aufgeführt.
In ihrem Programm Almost Human präsentiert Maya Beiser das Cello abermals aus einer neuen Perspektive. Die Aufgabe, die sie den beteiligten Komponisten hier stellt, schließt eine intensive Auseinandersetzung mit einer alten Vokaltraditionen als Grundlage der jeweiligen Komposition ein. Die entstandenen Werke bieten dem Cello eindrucksvolle Möglichkeiten zu „singen“. Sie beziehen sich auf ganz unterschiedliche Kulturen: jüdische, armenische, afrikanische und kambodschanische; aber alle haben ihre Wurzeln in archaischen Ritualen, in denen das jeweilige kulturelle Erbe durch Gesang weiter vermittelt wird. In Maya Beisers Cellospiel finden die hierin verkörperten vielschichtigen Gefühle lebendigen Ausdruck.
*Uraufführung durch Maya Beiser
Eve Beglarian: From a Far-Off Country – UA: Maya Beiser
Video: Shirin Neshat
Text: Henri Michaux
From a Far-Off Country ist eine groß-angelegte multimediale “Cello-Oper” , in der, basierend auf einem Text des surrealistischen belgischen Dichters Henri Michaux, Frauenstimmen aus armenischen, afrikanischen und indonesischen Gesangstraditionen elektronisch verändert werden. Drei außergewöhnliche Frauen aus dem Mittleren Osten (Maya Beiser - Israel, Shirin Neshat - Iran, Eve Beglarian - Armenien) arbeiten, als Vertreterinnen der drei wichtigsten monotheistischen Religionen, gemeinsam an diesem neuen Werk.
Far-Off Country
Für Far-Off Country kombiniert Maya Beiser ausgewählte Werke ihrer Programme Almost Human und Provenance. Sie bietet damit einen einzigartigen Abend künstlerischer Gemeinschaftsarbeiten bekannter Musiker aus dem Nahen Osten, der, teils mit Hilfe von Liveelektronik und Video, vom zeitgenössischen über das klassischen Repertoire bis zu einer rein akustischen World-Music-Ästhetik reicht.
In der ersten Konzerthälfte steht die Zusammenarbeit mit zwei libanesischen Virtuosen, dem Oud- und Nay-Meister Bassam Saba und dem Handtrommel-Meister Jamey Haddad, im Mittelpunkt. Die Musiker begeben sich auf eine virtuose Reise durch die Klangtraditionen des Nahen Ostens.
I am writing to you from a far-off country wird in der zweiten Konzerthälfte präsentiert. Die groß-angelegte multimediale “Cello-Oper” basiert auf einem Text des surrealistischen belgischen Dichters Henri Michaux. Frauenstimmen aus armenischen, afrikanischen und indonesischen Gesangstraditionen werden elektronisch verändert. Drei außergewöhnliche Frauen aus dem Nahen und Mittleren Osten (Maya Beiser - Israel, Shirin Neshat - Iran, Eve Beglarian - Armenien) arbeiteten, als Vertreterinnen der drei wichtigsten monotheistischen Religionen, gemeinsam an diesem neuen Werk.
World To Come
World To Come, Maya Beisers multimediales Soloprogramm mit neuen Werken von Steve Reich, Osvaldo Golijov und David Lang sowie Werken von Arvo Pärt und Louis Andriessen, stellt ein bewegendes visuelles und akustisches Gesamterlebnis dar. Es definiert den Begriff des Solo-Cello-Rezitals neu und bringt Texte, Stimme, Lichteffekte und interaktive Videos zusammen. Irit Batsry, international anerkannte Videokünstlerin und Preisträgerin der renommierten Bucksbaum Auszeichnung des Whitney Museums, hat ein Video Design speziell für dieses Programm kreiert. World to Come ist eine Art persönliches Portrait, eine Reise durch Klänge und Bilder der Cello-Musik des 21. Jahrhunderts mit Werken von einigen der angesehensten zeitgenössischen Komponisten. Im Anschluß an die Aufführung in der neueröffneten Zankel Hall im Oktober 2003 wurde Maya Beiser eingeladen, für die Carnegie Hall ein weiteres World to Come-Projekt mit neuen Kompositionen und Videos zu entwickeln. Die erste Tournee mit Stationen im Kennedy Center Washington, beim Sydney Festival, im Konservatorium in Den Haag, beim Vale of Glamorgan Festival sowie beim Transart Festival fand ein bemerkenswertes Publikums- und Presse-Echo.
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Provenance
In unserer an religiösem Zwist und Zwietracht leidenden Welt bietet die Epoche zwischen dem achten und fünfzehnten Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel eine hoffnungsvolle historische Erinnerung: Muslime, Christen und Juden lebten damals zusammen in Spanien und schufen eine mehrere Jahrhunderte währende Blütezeit von Handel, Kultur, Kunst und Architektur. Mit diesem Goldenen Zeitalter setzte sich Spanien von einem Europa ab, das in der Dunkelheit des Mittelalters verharrte.
Provenance ist inspiriert vom Glanz dieser multireligiösen, multikulturellen Zivilisation, die den Westen verändert hat. Das Programm berührt die Ursprünge eines Ideals, bei dem kulturelle Unterschiede nicht nur toleriert, sondern aufgrund der Energien, die sie freisetzen können, explizit begrüßt werden.
Maya Beiser wuchs in Israel auf, in einem fortschrittlichen Kibbuz, das eine harmonische Nachbarschaft mit muslimischen und christlich-arabischen Dörfern pflegte. Die Musik des Nahen Ostens, die bei den Festen der Nachbarn gespielt wurde oder bei Tagesanbruch von den Minaretten klang, war als Kindheitserfahrung stets präsent.
Für Provenance hat Maya Beiser junge Komponisten aus Israel, Palästina, Algerien, Marokko, dem Iran und den USA gebeten, Musik zu schaffen, die von dem Goldenen Zeitalter des mittelalterlichen Spaniens inspiriert ist. Dazu kommen Arrangements der Meisterwerke von Hamza el Din, Djivan Gasparyan und dem galizischen Troubadour Martin Codax. Maya Beiser geht es dabei nicht um eine archäologische Ausgrabung, die den Klang dieser Epoche originalgetreu rekonstruiert. Statt dessen möchte sie ein Umfeld schaffen, in dem verschiedene und anscheinend divergierende kulturelle Traditionen sich erneut in einem gemeinsamen Raum treffen können.
Zusammen mit Maya Beiser treten der libanesisch-amerikanische Oud-Meister Bassam Saba und der Handtrommel-Virtuose Jamey Haddad auf. Die verschiedenen Stücke werden von dem iranisch-amerikanischen Sounddesigner und Computerspezialisten Shahrokh Yadegari akustisch zusammengehalten; er schafft in Realtime einen Klangraum, innerhalb dessen die Musiker interagieren.
Provenance spinnt einen 75minütigen kontinuierlichen Klangfaden, der Livemusik und Originaltexte auf Ladino, Arabisch, Hebräisch und Latein zu einem allumfassenden musikalischen Wandteppich verwebt.
Maya Beiser, Cello
Bassam Saba, Oud
Jamey Haddad, Percussion
Shahrokh Yadegari, Live-Elektronik
Musik von:
Simon Shaheen
Tamar Muskal
Raz Mesinai
Douglas Cuomo
Abdelli
Kayhan Kalhor
Hamza El Din
Djivan Gasparyan
Martin Codax
Sounddesign - Sharokh Yagedari, Dave Cook
Licht - Stephen Arnold
Künstlerische Beratung - Robert Woodruff
Entwickelt und produziert von Maya Beiser
Almost Human
Maya Beiser begibt sich mit ihrem Cello wiederum auf unerforschtes Terrain, indem sie alte Gesangstraditionen erkundet. Unter ihren Inspirationsquellen finden sich Klänge mittelalterlicher Madrigale und traditioneller kambodschanischer, chinesischer und taiwanesischer Minderheiten ebenso wie armenische und indonesische Ritualgesänge und jüdische Liturgie.
Vom Magazin New Yorker als „Cellogöttin“ bezeichnet, verzaubert Maya Beiser weiterhin Publikum und Kritiker mit ihrer Virtuosität, ihrem Genre-übergreifenden Stil und ihrer beständigen Neudefinition der Grenzen ihres Instruments. Über die letzten zehn Jahre hat sie viele bedeutende Cello-Werke aus der Taufe gehoben, die von bekannten zeitgenössischen Komponisten für sie geschrieben wurden. Jedes ihrer Projekte fand große Beachtung in den Medien und wurde weltweit vor ausverkauften Häusern aufgeführt.
In ihrem Programm Almost Human präsentiert Maya Beiser das Cello abermals aus einer neuen Perspektive. Die Aufgabe, die sie den beteiligten Komponisten hier stellt, schließt eine intensive Auseinandersetzung mit einer alten Vokaltraditionen als Grundlage der jeweiligen Komposition ein. Die entstandenen Werke bieten dem Cello eindrucksvolle Möglichkeiten zu „singen“. Sie beziehen sich auf ganz unterschiedliche Kulturen: jüdische, armenische, afrikanische und kambodschanische; aber alle haben ihre Wurzeln in archaischen Ritualen, in denen das jeweilige kulturelle Erbe durch Gesang weiter vermittelt wird. In Maya Beisers Cellospiel finden die hierin verkörperten vielschichtigen Gefühle lebendigen Ausdruck.
| Joby Talbot | Motion Detector* für Cello und Live-electronics (basierend auf zentral-afrikanischen Pygmänengesängen) |
| Brett Dean | Sparge Le Mortre* für Cello und A Cappella-Gruppe (basierend auf einem Gesualdo-Madrigal) |
| Tan Dun | Feige/Antiphonal Song, Duett für Cello und Video (Chinesische Minderheitsstämme) |
| Chinary Ung | Khse Buon – Neue Version (Kambodschanische Elegie) |
| Michael Gordon | All Vows* für Cello und Stimme (basierend auf dem jüdischen Gebet Kol Nidre |
*Uraufführung durch Maya Beiser
Eve Beglarian: From a Far-Off Country – UA: Maya Beiser
Video: Shirin Neshat
Text: Henri Michaux
From a Far-Off Country ist eine groß-angelegte multimediale “Cello-Oper” , in der, basierend auf einem Text des surrealistischen belgischen Dichters Henri Michaux, Frauenstimmen aus armenischen, afrikanischen und indonesischen Gesangstraditionen elektronisch verändert werden. Drei außergewöhnliche Frauen aus dem Mittleren Osten (Maya Beiser - Israel, Shirin Neshat - Iran, Eve Beglarian - Armenien) arbeiten, als Vertreterinnen der drei wichtigsten monotheistischen Religionen, gemeinsam an diesem neuen Werk.
Far-Off Country
Für Far-Off Country kombiniert Maya Beiser ausgewählte Werke ihrer Programme Almost Human und Provenance. Sie bietet damit einen einzigartigen Abend künstlerischer Gemeinschaftsarbeiten bekannter Musiker aus dem Nahen Osten, der, teils mit Hilfe von Liveelektronik und Video, vom zeitgenössischen über das klassischen Repertoire bis zu einer rein akustischen World-Music-Ästhetik reicht.
In der ersten Konzerthälfte steht die Zusammenarbeit mit zwei libanesischen Virtuosen, dem Oud- und Nay-Meister Bassam Saba und dem Handtrommel-Meister Jamey Haddad, im Mittelpunkt. Die Musiker begeben sich auf eine virtuose Reise durch die Klangtraditionen des Nahen Ostens.
I am writing to you from a far-off country wird in der zweiten Konzerthälfte präsentiert. Die groß-angelegte multimediale “Cello-Oper” basiert auf einem Text des surrealistischen belgischen Dichters Henri Michaux. Frauenstimmen aus armenischen, afrikanischen und indonesischen Gesangstraditionen werden elektronisch verändert. Drei außergewöhnliche Frauen aus dem Nahen und Mittleren Osten (Maya Beiser - Israel, Shirin Neshat - Iran, Eve Beglarian - Armenien) arbeiteten, als Vertreterinnen der drei wichtigsten monotheistischen Religionen, gemeinsam an diesem neuen Werk.
World To Come
World To Come, Maya Beisers multimediales Soloprogramm mit neuen Werken von Steve Reich, Osvaldo Golijov und David Lang sowie Werken von Arvo Pärt und Louis Andriessen, stellt ein bewegendes visuelles und akustisches Gesamterlebnis dar. Es definiert den Begriff des Solo-Cello-Rezitals neu und bringt Texte, Stimme, Lichteffekte und interaktive Videos zusammen. Irit Batsry, international anerkannte Videokünstlerin und Preisträgerin der renommierten Bucksbaum Auszeichnung des Whitney Museums, hat ein Video Design speziell für dieses Programm kreiert. World to Come ist eine Art persönliches Portrait, eine Reise durch Klänge und Bilder der Cello-Musik des 21. Jahrhunderts mit Werken von einigen der angesehensten zeitgenössischen Komponisten. Im Anschluß an die Aufführung in der neueröffneten Zankel Hall im Oktober 2003 wurde Maya Beiser eingeladen, für die Carnegie Hall ein weiteres World to Come-Projekt mit neuen Kompositionen und Videos zu entwickeln. Die erste Tournee mit Stationen im Kennedy Center Washington, beim Sydney Festival, im Konservatorium in Den Haag, beim Vale of Glamorgan Festival sowie beim Transart Festival fand ein bemerkenswertes Publikums- und Presse-Echo.
| Arvo Pärt | Fratres (1980), Version für Solocello und Mehrkanal-Aufnahme |
| Osvaldo Golijov | Mariel (2001), arr. 2003 für Cello und Mehrkanal-Aufnahme |
| Steve Reich | Cello Counterpoint (2003) |
| Chinary Ung | Khse buon (1981) |
*** *** ***
| Louis Andriessen | La Voce (1981) |
| David Lang | World To Come (2003) |
| Irit Batsry | Video |
| Anney Bonney | Video für Steve Reichs Cello Counterpoint |
| Jody Elff | Sounddesign |
| Ben Kato | Lichtdesign |














