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Tschechische Philharmonie

Unter der Leitung von Antonín Dvořák präsentierte sich die Tschechische Philharmonie 1896 im Prager Rudolfinum erstmals der Öffentlichkeit. In den nunmehr über 110 Jahren seiner Existenz hat das Orchester eine Tradition künstlerischer Exzellenz und klanglicher Eigenständigkeit gepflegt, die bis heute sein außerordentliches internationales Renommee begründet. 

Václav Talich, der erste international bekannte tschechische Dirigent, wurde 1919 Chefdirigent; er behielt diese Position bis 1941. Herausragende Dirigentenpersönlichkeiten folgten ihm, darunter Rafael Kubelík (1942-1948) und Karel Ančerl (1950-1968), unter dessen Leitung die Tschechische Philharmonie sich auch im Ausland einen Ruf als herausragendes Orchester erwarb. Mit einem programmatischen Schwerpunkt auf - sowohl klassischer als auch zeitgenössischer - tschechischer Musik setzte Ančerl die Tradition seiner Vorgänger fort. Gleichzeitig erweiterte er das Repertoire um Werke ausländischer Komponisten wie Strawinsky, Strauss, Bartók, Schostakowitsch und Prokofjew. Nach Ančerls Emigration hatten Václav Neumann (1968-1990), Jiří Bělohlávek, Gerd Albrecht, Vladimir Ashkenazy und Zdeněk Mácal den Posten des Chefdirigenten inne, den Eliahu Inbal ab der Saison 2009/10 übernahm.

Seit seiner Gründung haben international anerkannte Gastdirigenten nicht unerheblich zum Ansehen des Orchesters beigetragen. Neben Edvard Grieg, Eugène Ysaÿe, Sergej Rachmaninow und Artur Nikisch leitete auch Gustav Mahler das Orchester - er reiste 1908 nach Prag, um die Uraufführung seiner 7. Sinfonie zu dirigieren. Zu der langen Liste der herausragenden Dirigenten, die regelmäßig mit dem Orchester arbeiteten, gehören zudem Erich Kleiber, Bruno Walter, Alexander Zemlinsky, Georg Széll, Charles Munch, Jewgeni Mrawinsky, Leonard Bernstein, Leopold Stokowsky, Sergiu Celibidache, Gennadi Roschdestwensky, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Bernard Haitink, Claudio Abbado und Riccardo Muti.

Schon 1902 ging die Tschechische Philhamonie erstmals auf Tournee und machte sich durch Aufführungen bei den BBC Proms und beim Edinburgh Festival einen Namen. Konzertreisen führten das Orchester seitdem durch ganz Europa, nach Japan, China, Taiwan sowie in die USA und Kanada.

Die ersten Tonaufnahmen der Tschechischen Philharmonie stammen aus dem Jahr 1929, als das Orchester unter Václav Talich Smetanas Zyklus Má vlast (Mein Vaterland) einspielte. Aufnahmen erschienen unter anderem auf den Labels Supraphone, Chandos und Octavia, darunter die kompletten Sinfonien von Dvořák, Mahler, Tschaikowsky und Brahms. Die gesamten Sinfonien von Bruckner wurden unter Manfred Honeck für Octavia eingespielt. Bělohláveks Aufnahme der Symphonien Nr. 3 und 4 von Martinů erhielt 2005 eine Grammy-Nominierung. In der Saison 2007/2008 nahm das Orchester die Sinfonien von Robert Schumann unter der Leitung von Lawrence Foster auf. Die meisten der Aufnahmen des Orchesters entstehen in der hervorragenden Akustik des Dvořák Saals im Rudolfinum.
Touring
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Photo: C. Hornik
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Eliahu Inbal