Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan
Dancer: WANG Wei-ming
Photo: YU Hui-hung
Photo: YU Hui-hung
Songs of the Wanderers
Es gibt kein Glück für den Menschen, der nicht reist.
In Gesellschaft von Menschen wird auch der Beste zum Sünder ...
Also brich auf!
Des Wanderers Füße sind wie eine Blume: seine Seele wächst,
erntet Früchte; seine Mühen verbrennen seine Sünden.
Also brich auf!
Wenn du rastest, rasten auch deine Segnungen; sie stehen auf, wenn du aufstehst,
sie schlafen, wenn du schläfst, sie regen sich, wenn du dich regst. Gott ist der Freund der Reisenden. Also brich auf.
(Aufforderung der Göttin Indra an den jungen Rohita, aus dem Aitareya Brahmana, Teil des Rigveda, dem ältesten Teil der indischen Veden)
Goldgelber Reis rieselt auf die Bühne herab, bildet gewundene Pfade, lädt die Tänzer zum Bad ein, wird schließlich mit einem Rechen zu einer stetig wachsenden Spirale geformt. „Ein Stück über die Zeit" nennt Choreograph Lin Hwai-min seine Songs of the Wanderers, in denen er vom stillen Fließen des Daseins ebenso wie von menschlichen Nöten und Verstrickungen erzählt.
So meditativ die Choreographie wirkt, so bewegt ist ihre Entstehungsgeschichte. Alles begann mit einer unbeschrifteten Musikkassette, die Lin Hwai-min nach einer Aufführung seines Cloud Gate Dance Theatre in Wien von einem Freund überreicht bekam. Der Choreograph war begeistert von der Musik, konnte aber nichts über die Sänger auf der Kassette herausfinden. Jahre später hörte er beim Stöbern in den Regalen eines kleinen New Yorker Plattenladens über die Lautsprecher eben die Musik, zu der er so gerne choreographieren wollte.
Das Stück, das schließlich zu den Gesängen des georgischen Rustavi Chors entstand, hat auch inhaltlich einen engen Bezug zu Lin Hwai-mins Biographie: Es bezieht seine Motive aus einer Reise auf den Spuren Buddhas, die Lin nach Bodhgaya, den Ort der Erleuchtung, führte. „Am Ufer des Neranjana erkannte ich, dass Buddha ein gewöhnlicher Sterblicher war, der auch menschliche Wirrungen und Kämpfe durchlitt", berichtet er. „Aus diesem Mitgefühl heraus praktizierte er Askese und Meditation, und er wies uns den Weg zur Erlösung. Zurück in Taipeh erinnerte ich mich häufig an den schattigen Platz unter dem Bodhi-Baum und an den ruhig durch die Zeiten fließenden Naranjana. Ich schuf Songs of the Wanderers mit großer Leichtigkeit - ein Stück über die Askese, die Sanftheit des Flusses und die Suche nach Stille."
Jahrelang hat das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan Songs of the Wanderers auf seiner eigenen Wanderschaft über die Bühnen der Welt im Gepäck gehabt. Nun entdecken und erleben Lin Hwai-Min und seine Tänzer das vertraute Werk, das sie nie zuvor mit Livemusik aufgeführt hatten, noch einmal ganz neu: Der Rustavi-Chor, laut UNESCO-Liste Bewahrer des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit, trat erstmals bei den Dresdner Musikfestspielen gemeinsam mit der Compagnie auf und berührte mit seinen kraftvollen polyphonen Gesängen Tänzer wie Publikum.
Rustavi Ensemble
In Gesellschaft von Menschen wird auch der Beste zum Sünder ...
Also brich auf!
Des Wanderers Füße sind wie eine Blume: seine Seele wächst,
erntet Früchte; seine Mühen verbrennen seine Sünden.
Also brich auf!
Wenn du rastest, rasten auch deine Segnungen; sie stehen auf, wenn du aufstehst,
sie schlafen, wenn du schläfst, sie regen sich, wenn du dich regst. Gott ist der Freund der Reisenden. Also brich auf.
(Aufforderung der Göttin Indra an den jungen Rohita, aus dem Aitareya Brahmana, Teil des Rigveda, dem ältesten Teil der indischen Veden)
Goldgelber Reis rieselt auf die Bühne herab, bildet gewundene Pfade, lädt die Tänzer zum Bad ein, wird schließlich mit einem Rechen zu einer stetig wachsenden Spirale geformt. „Ein Stück über die Zeit" nennt Choreograph Lin Hwai-min seine Songs of the Wanderers, in denen er vom stillen Fließen des Daseins ebenso wie von menschlichen Nöten und Verstrickungen erzählt.
So meditativ die Choreographie wirkt, so bewegt ist ihre Entstehungsgeschichte. Alles begann mit einer unbeschrifteten Musikkassette, die Lin Hwai-min nach einer Aufführung seines Cloud Gate Dance Theatre in Wien von einem Freund überreicht bekam. Der Choreograph war begeistert von der Musik, konnte aber nichts über die Sänger auf der Kassette herausfinden. Jahre später hörte er beim Stöbern in den Regalen eines kleinen New Yorker Plattenladens über die Lautsprecher eben die Musik, zu der er so gerne choreographieren wollte.
Das Stück, das schließlich zu den Gesängen des georgischen Rustavi Chors entstand, hat auch inhaltlich einen engen Bezug zu Lin Hwai-mins Biographie: Es bezieht seine Motive aus einer Reise auf den Spuren Buddhas, die Lin nach Bodhgaya, den Ort der Erleuchtung, führte. „Am Ufer des Neranjana erkannte ich, dass Buddha ein gewöhnlicher Sterblicher war, der auch menschliche Wirrungen und Kämpfe durchlitt", berichtet er. „Aus diesem Mitgefühl heraus praktizierte er Askese und Meditation, und er wies uns den Weg zur Erlösung. Zurück in Taipeh erinnerte ich mich häufig an den schattigen Platz unter dem Bodhi-Baum und an den ruhig durch die Zeiten fließenden Naranjana. Ich schuf Songs of the Wanderers mit großer Leichtigkeit - ein Stück über die Askese, die Sanftheit des Flusses und die Suche nach Stille."
Jahrelang hat das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan Songs of the Wanderers auf seiner eigenen Wanderschaft über die Bühnen der Welt im Gepäck gehabt. Nun entdecken und erleben Lin Hwai-Min und seine Tänzer das vertraute Werk, das sie nie zuvor mit Livemusik aufgeführt hatten, noch einmal ganz neu: Der Rustavi-Chor, laut UNESCO-Liste Bewahrer des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit, trat erstmals bei den Dresdner Musikfestspielen gemeinsam mit der Compagnie auf und berührte mit seinen kraftvollen polyphonen Gesängen Tänzer wie Publikum.
Rustavi Ensemble















































